Lachverbot

Folgende drei Texte über Lachverbote stammen von Bärbel Hinz-Käfer (Humortrainerin Lachclub Freiburg):

Lachverbot im Sternwald

Einer Gruppe von Nordic Walkern im Freiburger Sternwald wurde kürzlich das Lachen im Wald gerichtlich verboten, wie die Lachtrainerin Bärbel Hinz-Käfer vom Lachclub Freiburg der Presse empört mitteilte. "Wir lachen beim Walken seit sechs Jahren, aber so etwas haben wir nicht für möglich gehalten. Zugegeben, wer noch nie etwas über Lachyoga Übungen gehört hat, für den klingt das laute Lachen in der Öffentlichkeit ungewohnt. Aber gemeinsames Lachen trotz Krise ist für mich ein Grundrecht wie atmen, essen und trinken. Ich fühle mich erleichtert, erfrischt und entspannt nach unserem Lach- und Walkingtraining. Das andere Jogger sich dadurch ausgelacht, bedroht, verhöhnt und massiv belästigt fühlen, ist keineswegs unsere Absicht."

Das Landgericht Freiburg erteilte jetzt eine einstweilige Verfügung gegen die lachenden Störenfriede. Der Grund: Die Angeklagten sorgen "aus objektiver Sicht für eine Provokation, die der Kläger nicht dulden muss". Bärbel Hinz-Käfer sagte dazu: "Wir haben striktes Auslachverbot, sonst drohen 5.000 Euro Ordnungsgeld oder sechs Monate Lachhaft." Ihr Anwalt fügte hinzu: "Wir kämpfen weiter für das Recht auf Lachen, schließlich ist es bewiesener Maßen befreiend und gesund."


Europaweites Lachverbot

In einer nächtlichen EU- Sondersitzung wurden unter Berücksichtigung nationaler Eigeninteressen weitgehende einheitliche Regelungen zur Durchsetzung eines europaweiten Lachverbotes beschlossen. Die Bundesregierung zeigte sich über den erreichten Kompromiss erleichtert und kündigte eine zügige und umfassende Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen auf der Basis noch zu erlassender neuer gesetzlicher Regelungen an. Kritische Stimmen aus der Opposition wurden mit klarer Mehrheit der Koalition abgelehnt. Bundeskanzlerin Merkel kündigte in einer Sonderkonferenz erste weitreichende Schritte zur Durchsetzung des Lachverbotes an. Demnach wird mit sofortiger Wirkung ein verschärfter Lachbußgeldkatalog in Kraft treten, der drastische Strafen bis hin zu Freiheitsentzug für besonders notorische und unbelehrbare Lacher vorsieht. Des Weiteren werden Hartz4- Empfänger und so genannte 1- Euro- Jobber speziell geschult und eingesetzt, um eventuelles Lachen in der Öffentlichkeit sofort und mit aller gebotenen Härte zu unterbinden. Gegen Ende der Pressekonferenz ließ eine aufgeräumt und tatkräftig wirkende Bundeskanzlerin sogar einen kleinen Blick in ihr Privatleben zu. Sie habe, so Frau Merkel, schon seit Jahrzehnten nicht mehr gelacht und sie übe heute noch täglich vor dem Spiegel das Absenken der Mundwinkel bis auf Schulterhöhe. Das sei eine Übung, die von jedermann leicht und ohne große Vorkenntnisse ebenso täglich ausgeführt werden könne und sie sei zuversichtlich, in dieser Hinsicht eine Vorbildfunktion für die Bevölkerung zu sein.

Aus Angst vor Sanktionen gehen viele Menschen heimlich zum Lachen in den Keller. Dabei ist vor allem im Markgräfler Land zu beachten, dass man niemals zum Lachen in den Weinkeller gehen sollte. Der Lachclub Freiburg nimmt noch Lachflüchtlinge am Montagabend zu seiner privaten Lachstunde auf.


Briten erhalten Lachverbot

Die Briten dürfen auf Bildern in Ausweisen und Pässen zukünftig nicht mehr mit offenen Mund lächeln. Das hat die Behörde 'UK Passport Service' angekündigt. Damit wolle man den strengen US-Vorschriften für authentische Dokumente genügen, hieß es. Künftig haben die Briten gerade in die Kamera zu gucken und ihr ganzes Gesicht zu zeigen. Dabei solle der Gesichtsausdruck neutral und der Mund geschlossen sein. Sonnenbrillen seien ebenso tabu wie Haarsträhnen, die über die Augen fallen.

"Diese neue Richtlinien sind ein wichtiger Schritt zu biometrischen Ausweisen", teilte Bernard Herdan, Chef des UK Passport Service, mit. Großbritannien will biometrische Personalausweise ausgeben. Gegenwärtig haben die Briten zwar Reisepässe, aber keine Personalausweise.